Impulse!

20120411-153331.jpgEs ist mir immer schwer gefallen, die Entwicklung des Jazz in seiner Hoch-Zeit in den Sechzigern nachzuvollziehen. Ich habe mir zwar immer wieder Aufnahmen auf CD besorgt, aber es gibt ja allein aus Budgetgründen Grenzen des Entdeckerdrangs…
Nun fallen zwei Dinge zusammen: es gibt einen Dienst wie Spotify, der die wichtigsten Aufnahmen unkompliziert, schnell und kostenunabhängig zugänglich macht. Außerdem habe ich mich nun an das Werk von Ashley Kahn „Impulse! Das Label, das Coltrane erschuf“ gemacht. Dies lag schon eine zeitlang bei mir herum – aber ohne die unzähligen erwähnten Aufnahmen auch alle zu hören machte das keinen Sinn. Das ist (s.o.) nun anders geworden.
Ich werde also nun eine Impulse-Aufnahme nach der anderen in chronologischer Reihenfolge hören. Von der ersten Aufnahme 1961 an. Mal sehen wie weit ich komme. Mindestens bis zu Coltranes „A Love Supreme“ – nr. 77. Oder „Ascension“ – nr. 95? Oder habe ich dann Blut geleckt und halte durch bis zum Ende jenseits der 300?

Wer ist die Zielgruppe?

Thomas Knüwer hat kürzlich zu Recht moniert, dass in den einschlägigen Medien nach wie vor häufig von der „Netzgemeinde“ gesprochen wird. Als sei dies eine kleine Minderheit: „Das klingt nach Kirche. Nach Kult. Nach Sekte.“. Dabei ist diese Gemeinde längst zum Mainstream geworden. Niemand – NIEMAND – kommt mehr am Netz vorbei. Ob es nun als gesellschaftlich bahnbrechende Errungenschaft oder Untergang des Abendlandes wahrgenommen wird ist aber wieder in viele Einzelmeinungen separiert. Wenn man also Kommunikation für das Internet betreibt, so muss man die Gesamtheit der Bevölkerung betrachten in all ihrer Diversifikation.

Wie diese Vielfalt sich nun in Bezug auf die Wahrnehmung und Nutzung des Netzes darstellt hat nun ein Institut mit dem etwas sperrigen Namen „Deutsches Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet“ (DIVSI) untersuchen lassen. Schirmherr dieser Organisation war (warum auch immer) der jetzige Bundespräsident Joachim Gauck. Er hat mit seinem Vorwort und der kategorischen Warnung vor einem Angriff auf die Freiheit durch das Netz der inhaltlichen Wahrnehmung dieser Studie wahrscheinlich mehr geschadet als genützt. Durchgeführt wurde sie nämlich vom namhaften SINUS-Institut. Dieses hat für die im Marketing so wichtigen Zielgruppen-Analyse wertvolle Dienste bei der Darstellung und Untersuchung der sog. SINUS-Milieus geleistet:

Die Sinus-Milieus® verbinden demografische Eigenschaften wie Bildung, Beruf oder Einkommen mit den realen Lebenswelten der Menschen, d.h. mit ihrer Alltagswelt, ihren unterschiedlichen Lebensauffassungen und Lebensweisen.

Trotz aller Skepsis die ich einem solchen Unterfangen entgegen bringe: Da das Internet nun zur Alltagswelt dazugehört, ist eine Milieu-Studie in Bezug auf diese neue Lebenswelt überfällig. Und die „DIVSI Milieu-Studie zu Vertrauen und Sicherheit im Internet“ leistet dazu einen wichtigen und mit sozialwissenschaftlichen Methoden untermauerten Beitrag. Sie unterscheidet drei grundsätzliche Gruppen in Bezug auf deren Einstellung zum Internet:

  • Digital Outsiders: Diese Gruppe ist entweder vollkommen offline oder stark verunsichert im Umgang mit dem Internet, das sie daher so gut wie gar nicht nutzt.
  • Digital Natives: Zugehörige dieser Bevölkerungsgruppe sind mit dem Internet groß geworden und haben dieses in vollem Umfang in ihr tägliches Leben integriert.
  • Digital Immigrants: Diese Gruppe bewegt sich zwar regelmäßig, aber sehr selektiv im Internet und steht vielen Entwicklungen darin skeptisch gegenüber, insbesondere wenn es um die Themen Sicherheit und Datenschutz geht.

Diese Gruppen sind nicht wirklich neu, sie werden aber eingehend klassifiziert, untersucht und beschrieben. Die Studie zeigt auch plastisch, dass die digitale Kluft tatsächlich existiert: Neben ca. 41% Bevölkerungsanteil die sich zu den „Digital Immigrants“ zählt, sind 40% den Digital Outsiders zuzurechnen – obwohl nur 20% komplett „offline“ sind. Das ist nicht so besonders erstaunlich, aber doch untermauert dies das allgemeine Gefühl, welches man immer hatte.

Die Studie bietet mir darüber hinaus einiges an Lesematerial für eine bessere Zielgruppen-Orientierung bei der Konzeption von Internet-Angeboten. Es gibt sie in Kurz- und Langfassung zum kostenlosen Download. Das ist doch mal schön!

Kurze Musikunterbrechung

Irgendwann auf der Schwelle zum Erwachsenwerden habe ich in einer kurzen Phase Musik illegal kostenlos aus dem Netz gezogen, es aber dann schnell wieder gelassen: Zu aufwändig ganze Alben zu finden und mangelnder Respekt vor den Künstlern. Danach habe ich mich noch lange geweigert Musik auf eben jenem digitalen Wege legal zu erwerben. Das Gefühl in einen Laden zu gehen (ja, gehen!), sich für ein, zwei Tonträger zu entscheiden, ein Jewelcase zum ersten Mal zu öffnen, die CD einzulegen und die ersten Takte zu hören… Das wollte ich lange nicht missen. Seit ein paar Jahren ist es aber vernünftig geworden, zum Download zu greifen: DRM Freiheit, gute Qualität, schnelle Verfügbarkeit, faire Preise und mannigfaltiges Angebot haben mich zu einem guten Kunden bei iTunes und Amazon werden lassen. Trotzdem war ich zunehmend unzufrieden: Ein (durch Selbstdisziplin) begrenztes Budget machten Fehlkäufe soch immer wieder zum Ärgernis und einiges ließ ich dann auch links liegen – obwohl darunter sicher die ein- oder andere Perle versteckt war. Nun, und jetzt: Spotify. Flatrate. Super.

Mein Eindruck nach den ersten Tagen:

  • Es funktioniert. Der Stream startet schnell – auch auf dem Smartphone oder dem iPad (eine echte iPad-App fehlt aber leider noch)
  • Meine Befürchtung, dass ich das Hören im Album-Format aufgeben und einzelne Tracks bevorzugen würde hat sich für mich nicht bestätigt. Ich kann nun endlich alles in Ruhe hören. Als ganzes Album. Von vorne bis hinten.
  • Alles? Nun, zumindest fast. Einige Dinge finde ich leider (noch) nicht (Beispiele gefällig? Peter Licht und Bonnie „Prince“ Billy fehlen fast vollständig. Auch der Jazz-Katalog ist arg begrenzt)
  • Ärgerlich: Bereits vorhandene Alben können auch schonmal wieder verschwinden. So z.B. geschehen mit dem neuen Album der Nits „Malpensa“. Selbst eine Offline-Synchronisierung sperrt die Titel wieder.

Und ich höre und höre: Neue Sachen wie alte. Ich entdecke, taste mich weiter, schwelge in Erinnerung, verwerfe Dinge, die mir nicht gefallen. Ich habe Spaß! Und damit ich den Überblick nicht verliere, notiere ich meine Entdeckungen in einem neuen Blog drüben auf olemo.de. Und weil ich das für eine so gute Idee hielt, baue ich das, was ich an Büchern lese und an Filmen sehe gleich mit dazu.

Übrigens: Ich lese Bücher aus Papier und sehe Filme, die ich im Fernsehen aufnehme oder auf DVD/BlueRay leihe und abspiele – oder gehe gar ins Kino! Sollte ich das in naher Zukunft anders machen – z.B. mit dem fantastischen neuen iPad und/oder AppleTV werde ich darüber berichten.

Vortragseinladung

Im Rahmen des vom Europäischen Sozialfonds (ESF) geförderten Projektes „Qualifizierung von Frauen in betrieblichen Funktionen und Management – QuaFiMa“ bietet die wisoak Bremen folgende Veranstaltung an:

Social Media – Übersicht und Bedeutung
Vortrag: Ole Mollenhauer (Experte und Dozent für digitale Kommunikation)
Kaum jemand kann sich dem Sog der sozialen Medien im Internet entziehen. Schon längst hat Facebook mehr Besucher als der Suchmaschinenriese Google. Allein in Deutschland sind 10 Millionen Nutzer Mitglied dieser größten und bekanntesten Sozialen Plattform. Der Einfluss der Sozialen Medien bleibt aber nicht auf das Internet beschränkt – Blogs, Twitter, Xing, Facebook und ganz neu: Google+ haben und werden in Zukunft einen nachhaltigen Einfluss auf unsere Gesellschaft haben. Sascha Lobo, Strategieberater, Autor und Internet-Experte sagt: „Ich halte die Auswirkungen auf die Gesellschaft und besonders auf die kommenden Generationen für so revolutionär, als wären Buchdruck, Telefon und Fernseher gleichzeitig erfunden worden.“
Im Rahmen dieses Vortrages werden wir die rasante Entwicklung und Vielfalt der Social Networks in den vergangenen Jahren betrachten und lernen die Anwendungsmöglichkeiten und Unterschiede der verschiedenen Plattformen kennen. Dabei untersuchen wir sowohl persönliche Szenarien im privaten und beruflichen Bereich als auch die Nutzung dieser Medien im Firmenkontext für z.B. Marketing und Personalrecruiting. Bei aller Begeisterung lassen wir uns aber nicht nur durch die faszinierenden neuen Möglichkeiten blenden: Auch die Gefahren und Risiken die durch diese neuartige Transparenz und der damit einhergehende Kontrollverlust der eigenen Informationsströme werden zur Sprache kommen.
Termin:  23.02.2012, 17:00 – 20:00 Uhr
Ort:  Bertha-von-Suttner-Str. 17, 28207 Bremen
Teilnahmepreis:   kostenlos
zur Anmeldung

Bitte weitersagen.

ferienseitig

Zusammen mit Bo Beckmann habe ich das Projekt ferienseitig ins Leben gerufen.
Wir waren genervt von der oft sehr schlechten Präsentation von privaten Ferienwohnungen im Netz. Viele, eigentlich ansprechende Wohnungen oder Appartements, die sich auf einer eigenen Seite präsentieren, laden nicht zu einer näheren Betrachtung ein, da sie sich auf der Website nur sehr unattraktiv darstellen. Dies wollen wir ändern:

Gutes und ansprechendes Design muss kein Privileg sein, welches mit hohen Kosten verbunden ist. Ein Baukastensystem mit sinnvollen, speziell für Wohnungsanbieter geschaffenen Funktionen ergänzt das Angebot, welches für einen sehr attraktiven Preis angeboten wird. Basis ist das CMS TYPO3.

Bitte weitersagen!

Ein tolles Jahr

Ich wünsche allen Kunden, Partnern und Freunden ein paar schöne Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr!

Ich freue mich auf weitere spannende und erfolgreiche Projekte in 2012!